Die verschiedenen Zubereitungsarten von Kaffee

Von Petra Müller
Set verschiedener Zubereitungsgsmethoden für Kaffee.

Unter den drei beliebtesten Getränken der Deutschen steht Kaffee an erster Stelle. Das Angebot an Kaffeesorten, -Maschinen und Zubereitungswerkzeugen ist groß. Kaffee richtig zubereiten ist eine Kunst und um den größtmöglichen Kaffeegenuss in Vollendung erleben zu können, gibt es einiges zu beachten, wie beispielsweise den Mahlgrad und die jeweiligen Zubereitungsarten. Den Bohnen ihren vollmundigen und aromatischen Geschmack zu entlocken ist das Ziel.


Hierfür stellen wir Ihnen die geeigneten Methoden im Einzelnen vor und erweitern Ihr Kaffeewissen eventuell sogar.

Kaffee Zubereitungsart Cold-Brew

Cold Brew = Kaltes Aufbrühen. Kann das funktionieren? Ja, das kann es und wir erklären gerne, wie und warum. Wie der Name schon verrät, wird bei der Zubereitung kaltes Wasser verwendet. Das Ergebnis ist ein kühlendes Kaffeegetränk für warme Sommertage, das sogar bis zu 2 Wochen haltbar ist. Ursprünglich stammt diese Kaffee-Zubereitungsart aus Japan. Die Niederländer änderten das Verfahren ein wenig ab und nannten es Slow Drip beziehungsweise Dutch Drip. Die Idee entstand aus der Not heraus, denn so war es Reisenden ohne eine Heißwasserquelle möglich, sich dennoch einen Kaffee zuzubereiten. Für den kaltgebrühten Spezialitätenkaffee kann man nahezu jede Kaffee- und Espressosorte verwenden. Wichtig ist nur der grobe Mahlgrad. Verschiedene Wege führen zu einem erfolgreichen Ergebnis. So kann man ein Gefäß mit Kaffeemehl und kaltem Wasser befüllen, bevor man es für einen halben Tag, also ca. 12 Stunden, im Kühlschrank aufbewahrt. Je länger der Kaffee zieht, umso aromatischer wird er. Danach gießt man die Flüssigkeit durch einen Filter, zum Beispiel unseren Hario Handfilter, verwendet ein French Press Hilfsmittel oder eine Chemex-Karaffe und serviert den Kaffee galant zusammen mit Eiswürfeln.

Kaffee-Zubereitung mit dem Espressokocher

Wenn wir an die Kaffeezubereitung eines Espresso denken, erscheint vor unserem geistigen Auge ein kleines, achteckiges Kännchen, auch „Espressokocher“ genannt. Das Geheimnis dessen ist aber, dass dieses keinen Espresso im eigentlichen Sinn erzeugen kann, sondern lediglich einen starken Kaffee. Denn der Druck während des Kochens auf einem Kochfeld oder über einer Feuerstelle reicht nicht zur Herstellung dessen aus. Dennoch ist das Espressokännchen eines der meist genutzten Utensilien bei der Kaffeezubereitung und wurde, wie zu erahnen ist, von einem Italiener erfunden, Alfonso Bialetti. Dies geschah im Jahr 1933 und seither ist „Bialetti“ eine Traditionsmarke mit hoher Qualität. Im unteren Teil der Kanne wird Wasser eingefüllt, welches beim Kochen verdampft und einen Überdruck erzeugt. Dieser wiederum drückt das heiße Wasser in den oberen Trichter, in dem sich das gemahlene Kaffeepulver befindet. Der nun entstandene Kaffee durchfließt ein Sieb, läuft über in ein Steigrohr, sammelt sich im Kannenoberteil und ist bereit zum Genießen. Der empfohlene Mahlgrad für dieses Verfahren liegt bei Stufe 2-3.

Chemex Karaffe

Die Chemex-Karaffe besteht aus Glas und hat die Form einer oben geöffneten Eieruhr. In den oberen Trichter legt man für die Kaffeezubereitung einen etwas dichteren und feinporigeren Filter gefüllt mit Kaffee des Mahlgrades- 4-6. Nun gießt man gleichmäßig und kreisförmig heißes Wasser darüber. Immer nur so viel, bis der Kaffee das Wasser aufgesogen hat. Dann kann man weiter gießen. Der Kaffee tropft in den Bauch der Karaffe und ist nach 3-4 Minuten komplett durchgelaufen.

 French Press Verfahren

Beim French Press System wird Kaffee des Mahlgrades 5-8 in eine spezielle Kanne gegeben, anschließend mit heißem Wasser aufgefüllt, bevor man den Sud ca. 4-5 Minuten ziehen lässt. Nun drückt man eine Presse gen Kannenboden, der den Kaffeesatz dort fixiert und dem Kaffee darüber Raum schafft. Der Frenchpress Kaffee Mahlgrad kann deshalb so grob sein, weil die relativ lange Ziehzeit zur völligen Entfaltung der Aromen ausreicht und zudem besser von der Presse zurückgehalten werden kann.

Verwendung eines Handfilters

Bereits beim Cold Brew-Verfahren haben wir die Verwendung eines Handfilters angesprochen. Zu beachten ist: Je größer der Filter, desto mehr Kaffee wird erzeugt und desto gröber kann der Mahlgrad liegen. Der Kaffee sollte sich ca. zwischen der 3. und 5. Mahlstufe befinden. Das Aufbrühen von Hand bedeutet, dass auch das Ergebnis in unserer Hand liegt. Denn der Zubereiter ist selbst verantwortlich für das gleichmäßige Aufgießen in der richtigen Geschwindigkeit. Mit der Zeit hat jeder seinen Dreh raus und die Zubereitung gelingt im Handumdrehen. Um einen kräftigen, vollmundigen Kaffee zu erzeugen, sollte die Wassertemperatur ziemlich genau 96°C betragen, also leicht abgekühlt sein nach dem Aufkochen. Für die Brühdauer empfehlen wir 3-4 Minuten. Im Prinzip ersetzt man die übliche Kaffeemaschine durch das manuelle Vorgehen und kann mehr Einfluss auf den finalen Geschmack und die Intensität ausüben.

Die bewährte Filter-Kaffeemaschine

In fast jedem Büro gehört die gluckernde Kaffeemaschine zur permanenten Geräuschkulisse. Der einzige Unterschied zur Kaffeezubereitung mittels Handfilter ist, dass der komplette Ablauf elektronisch gesteuert wird. Man gibt Wasser in den Behälter mit Skala für große und kleine Tassen, legt einen passenden Filter in den Trichter und fügt Kaffeepulver mit einem gröberen, mittleren Mahlgrad der Stufen 3-5 hinzu. Über das Steigrohr gelangt das erhitzte Wasser tropfenweise in den Trichter und dann in die Kanne, die zumeist auf einer Wärmeplatte steht, die den Kaffee dauerhaft warm halten soll. Ist das Wasser durchgelaufen, schaltet sich das Gerät in der Regel von allein ab. Im Durchschnitt orientieren sich die Zubereiter an der Skala und geben pro kleiner Tasse Kaffee einen gehäuften Teelöffel Kaffeepulver in den Filter.

Der Kaffee-Vollautomat, das Allround-Talent

Zumeist haben diese Maschinen vorprogrammierte Zubereitungsarten und wählen den Mahlgrad sowie die Kaffeemenge automatisch aus. Die Auswahl der Kaffeesorte obliegt natürlich dem Konsumenten. Bei Geräten, die mit Pulver betrieben werden, empfehlen wir einen Mahlgrad des Kaffees der Stufe 2 für Espresso und der Stufe 3-4 für Kaffee.

Die Siebträger-Maschine für Espresso Liebhaber

Diese Maschine kann Espresso, jawohl. Daher findet man sie häufig in Cafés und Restaurants. Das Kaffeepulver wird in das Sieb gegeben, welches an der Maschine angesetzt wird. Nun schießt das heiße Wasser mit viel Druck durch das Sieb und nimmt dabei das Kaffeearoma auf, wobei es die Bitterstoffe vernachlässigt. Ein runder und starker Espresso landet in der Tasse und wird entweder als solcher genossen oder er dient als Grundlage für einen Latte Macchiato oder andere Kaffeevarianten.

Syphon – die stilvolle Kaffee-Zubereitung

Für die Zubereitung mittels Syphon gibt es weitere Bezeichnungen wie „Vakuum-Kaffee“, was den Vorgang ein wenig besser beschreibt. Es ist prinzipiell derselbe Effekt und dieselbe Funktionsweise wie bei der Kaffee-Zubereitung mit dem Espressokocher. Das Pulver hingegen darf etwas grobkörniger sein und sich zwischen den Mahlstufen 3-4 bewegen.

Karlsbader Kanne

Für die Kaffee Zubereitung mithilfe der Karlsbader Kanne ist ein Mahlgrad einer hohen Stufe, zwischen 11-12 empfehlenswert. Ein Keramikfilter kann auf die Kanne aufgesetzt und mit Kaffeepulver versehen werden. Dieser wird wie bei allen Verfahren mit heißem Wasser übergossen. Der Filter kann dann von der Kanne genommen werden und man benötigt keine weiteren Papierfilter oder dergleichen.

Filtern mit der Aero Press

Ähnlich dem French Press Verfahren funktioniert auch das Aero Press System, allerdings unter vollem Vakuum. Mit dem Presskolben drückt man den Kaffee durch einen Filter und verschließt das System gleichzeitig luftdicht. Wie die Aromen sich entfalten, liegt an der Stärke des Drucks.

Der Moccamaster als weiterentwickelte Filterkaffeemaschine

Der Mokkamaster ist ein hochwertiges Markenprodukt, eine Filterkaffeemaschine Deluxe sozusagen. Er reguliert die Aufbrüh-Temperatur auf 96°C und verteilt das Wasser gleichmäßig über dem Pulver, welches er selbst mahlen kann. Für größere Mengen Kaffee ist der Moccamaster ein guter Partner, bei kleineren Mengen ein Handfilter wie der Hario Handfilter.

Filterpapier mit Kaffeepulver von oben

Fazit

Um Kaffee richtig zu Kochen gibt es nicht die eine Zubereitungsart, welche die alle anderen deutlich in den Schatten stellt. Vielmehr kommt es darauf an, die verschiedenen Methoden Kaffee Aufzubrühen unterscheiden zu können und zu wissen, welche Einflüsse für die jeweilige Methode der Kaffeezubereitung entscheidend sind. Mit diesem Wissen, und der Berücksichtigung unserer Tipps, gelingt Ihnen dann garantiert der begehrte perfekt gelungene Kaffee.